user_mobilelogo

 

Naturheilkundliche Behandlung rezidivierender Infekte

Foto: pixabayDie rezidivierenden Infekte (immer wieder auftretend) sind gerade im Kindesalter sehr häufig anzutreffen. Dazu zählen die häufigen Mittelohrentzündungen, Mandelentzündungen oder die nicht enden wollenden Erkältungsinfekte. 

Die Ursachen hierfür sind vielfältig, die immer größer werdende Umweltbelastung, die Ernährung, die Unterdrückung der normalen Krankheitsverläufe durch chemische Medikamente, durch Impfungen - der Körper lernt nicht mehr mit den Erregern umzugehen, das Abwehrsystem des Körpers wird nicht trainiert -, starke psychische Belastungen usw.. 

Sicher wird durch das kranke Kind der normale Tagesablauf durcheinander gebracht, gerade in unserer Zeit ein Problem, aber für die Gesundheit des Kindes ist es förderlicher, wenn der Körper die Krankheit aus eigener Kraft zu Ende bringt. Medikamente sollten diesen Prozess unterstützen, eine Unterdrückung mit chemischen Mitteln verhindert das. Die Folge sind ständig neue Erkrankungen. Der Körper und seine Abwehrleistungen werden geschwächt. 

Antibiotika

Antibiotika können nicht zwischen guten und schlechten Bakterien unterscheiden, sie vernichten auch die gesamten lebenswichtigen Darmbakterien. Diese sind auf der anderen Seite aber wichtig, um die Abwehrkräfte des Menschen aufzubauen. 

Dann kommt noch hinzu, dass durch den massenweisen Verbrauch dieses Medikamentes die Resistenz (Widerstandsfähigkeit gegen Bekämpfungsmittel) der Bakterien schon jetzt ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat. Es gibt bereits Bakterienstämme, die eine Resistenz gegen alle Antibiotika entwickelt haben. Eine einstmals sehr scharfe Klinge wird zusehends stumpf. Der Grund liegt in der kurzen Generationsfolge, Bakterien können sich unter günstigen Umständen alle zwei Stunden verdoppeln (d.h. nach vier Stunden haben wir vier, nach 48 Stunden sind es schon Millionen), und jedes Mal werden die gemachten „Erfahrungen“ weitergegeben. Die folgende Generation hat dann schon Abwehrstoffe gebildet, was sie vorher abtötete macht ihnen nichts mehr aus. 

Es sieht ganz so aus, dass Antibiotika den Körper über lange Zeit „blockieren“ können, er kann dann nicht mehr auf Angriffe reagieren und wird erneut krank, häufig sind die Kinder nach so einer Behandlung über lange Zeit auffallend blass, unkonzentriert, weinerlich und leicht ermüdbar. 

Antibiotika sollten wirklich nur als Notbremse eingesetzt werden. 

Fiebersenkende Mittel

Foto: pixabayDurch die fiebersenkenden Mittel wird verhindert, dass die Körperabwehr normal funktioniert. Die fiebersenkenden Mittel sollten nur eingesetzt werden, wenn das Fieber zu hoch ansteigt oder bei aufgetretenen Fieberkrämpfen. (siehe Kapitel Fieber) 

Wickel:

Senfwickel

Bei Bronchitis, Erkältungen, Husten ist die Anwendung des Senfwickels sehr wirkungsvoll. 

Anwendung: 

Man gibt einen Esslöffel voll Senfkörner (aus der Drogerie) in ein Liter kochend heißes Wasser, taucht ein Leinentuch in Handtuchgröße in die Flüssigkeit, wringt es aus und legt es ein- bis zweimal zusammengefaltet auf die Brust. Dieses feuchte Tuch wird dann mit einem Frottiertuch und einer Wolldecke überdeckt, indem man diese über die Brust wickelt. Nach ca. 5 bis 10 Minuten ist die darunter liegende Haut leicht gerötet (zwischendurch unbedingt kontrollieren!), wobei dann der Wickel entfernt wird. Anschließend wird die gerötete Haut mit warmem Johannisöl eingerieben. 

Ölwickel

Bei Bronchitis und Husten. 

Anwendung: 

Man reibt Brust und Rücken mit angewärmten Olivenöl (kein anderes Öl verwenden) ein. Darüber ein Leinentuch und den Oberkörper mit Frottiertuch einwickeln. Dann wird eine Wärmflasche auf die Brust gelegt, die dort eine Stunde liegen bleibt. Das ist bei einer Bronchitis ein sehr wirksames Mittel um den Husten zu lösen. Ich habe häufig erlebt, dass die kleinen Patienten danach sehr stark abhusten (teilweise bis zum Würgereiz), aber danach wieder viel besser Luft bekamen. 

Halswickel

Bei einer Infektion der Gaumenmandeln - Angina tonsillaris, die meist verkürzt als Angina oder Tonsillitis bezeichnet wird

Anwendung: 

Man taucht ein mehrfach in Längsrichtung zusammengefaltetes Leinentuch in kaltes Wasser, wringt es aus und wickelt es - glattgestrichen - um den Hals, den es vom Unterkiefer bis zu den Ohren bedecken muss. Darüber kommt zunächst ein trockenes Leinentuch, das auf beiden Seiten das feuchte Tuch überlappen muss, danach ein Wollschal. Nach 10 Minuten muss der Halswickel abgenommen werden. Den Hals abtrocknen und mit einem Seiden- oder Wolltuch umwickeln. Nach einer Stunde kann der Halswickel wiederholt werden. 

Essigsocken - Wadenwickel

Bei Fieber empfiehlt es sich, beim kranken Kind eine Essigsocken-Anwendung zu machen, die fiebersenkend wirkt. (zum Fieber siehe auch Kapitel Fieber) 

Anwendung: 

Ein wollener Kindersocken wird in einen Liter Wasser getaucht, dem man zuvor 1 bis 2 Esslöffel Essig dazugegeben hat. Dann wringt man den Socken leicht aus und zieht ihn über die Füße bis über die Waden. Anschließend legt man einen trockenen Socken darüber und belässt diesen während 30 Minuten. Dann werden die Socken abgezogen, die Füße legt man unter die warme Bettdecke. Nach einer Stunde kann die Anwendung wiederholt werden. 

Für den Wadenwickel wird ein mehrfach in Längsrichtung gefaltetes Leinentuch in kaltes Wasser (dem man einen Schuss Essig zusetzen kann) getaucht, gut ausgewrungen (es darf nicht mehr tropfen) und wickelt es glattgestrichen um den Unterschenkel. Es ist auf straffes Wickeln zu achten, lose Wickel sind wirkungslos und unangenehm auf der Haut. Darüber kommt zunächst ein trockenes Leinentuch, das auf beiden Seiten das feuchte Tuch überlappen muss, danach ein Wolltuch, das nicht ganz so breit wie das Leinentuch ist (Wolle kann die Haut reizen). Es sind beide Unterschenkel zu wickeln. Der Wickel bleibt eine halbe Stunde, dann werden die Beine gut abfrottiert. Der Wickel kann nach einer Stunde wiederholt werden. 

Keine kalten Wickel auf kalte Beine! 

Kaltwaschung

Die Kaltwaschung ist ein wirksames Mittel bei hochfiebernden Krankheiten und kann mehrmals täglich durchgeführt werden. Eines muss aber berücksichtigt werden, frierende Kinder vertragen kein kaltes Wasser; auf kalte Haut sollte nie kaltes Wasser in Anwendung gebracht werden. Ansonsten hatten diese Maßnahme eine schweißtreibende und fiebersenkende Wirkung. 

Anwendung: 

Man taucht ein grobes Frottiertuch in kaltes Wasser, etwa 2 Liter, dem man 1 bis 2 Esslöffel Essig beigegeben hat. Anschließend wir das Tuch kurz ausgepresst und man beginnt damit die Kaltwaschung - Hände, Arme, Füße, dann Brust, Bauch, Rücken - immer in Richtung Herz. Dann, ohne abzutrocknen, Schlafanzug anziehen und ins Bett gehen, gut zudecken. Das Kind empfindet diese Anwendung als sehr angenehm. Am besten sollten man sie abends durchführen, weil das Kind danach meist rasch einschläft. 

Zwiebelwickel

Der Zwiebelwickel findet bei der Mittelohrentzündung seine Anwendung. 

Anwendung: 

Man hackt rohe Zwiebeln klein, wickelt sie in ein Taschentuch ein, welches man anschließend auf das schmerzhafte Ohr legt und mit einem schräg über den Kopf gefalteten Handtuch festbindet. Eine Wirkungssteigerung kann man erreichen, wenn man das Kind mit dem umwickelten kranken Ohr auf eine Wärmflasche legt. Dauer der Anwendung, eine halbe Stunde. 

Quarkwickel

Von den Brustwickeln ist der Quarkwickel am wirksamsten. Er hat sich als wohltuend schleim- und krampflösend erwiesen, vor allem bei Bronchitis nach Erkältungskrankheiten und der spastischen asthmatischen Bronchitis. 

Anwendung: 

Man legt auf ein in Längsrichtung zusammengefaltetes Frottiertuch, das danach breiter sein muss als der Brustumfang des Kindes, eine Windel, die größer sein muss, so dass sie nach unten über das Frottiertuch hinausragt. Auf die Windel streicht man zimmerwarmen, fettlosen, frischen Quark - 1 Zentimeter dick, etwa 10 Zentimeter hoch und so breit wie der Brustumfang ist, so dass ein Säuregürtel (=Quarkgürtel) die Brust des Kindes umschließt. Danach schlägt man den nach unten hängenden Windelteil nach oben , so dass er den Quark abdeckt. Das Kind wird auf den so vorbereiteten Wickel gelegt, Windel und Handtuch werden um den Oberkörper gewickelt und zusammengeheftet. 

Dieser Wickel muss mindestens eine Stunde liegen bleiben, wenn er am Abend angelegt wird, sogar die Nacht über. Die Kinder schlafen damit oft viel besser, schon deshalb, weil sie durch die rasch einsetzende Entkrampfung und Linderung des Hustens ihr oft bestehendes Schlafdefizit aufholen können.

Inhalation

Kräuterinhalationen haben vorzügliche Wirkung, um die Atmung zu erleichtern, die Entzündung der Schleimhäute zu dämmen und Sekrete zu lösen. 

Anwendung: 

Zwei bis drei Esslöffel der vorgeschriebenen Kräuter werden mit einem Liter Flüssigkeit überbrüht. Topf von der Wärmequelle nehmen und das Gesicht über die Dämpfe halten. Dabei muss man aufpassen, dass die Dämpfe nicht zu heiß sind, es besteht Verbrühungsgefahr. Über Kopf und Behälter wird ein Frottiertuch gelegt. Dauer der Anwendung mindestens 20 Minuten. Es ist darauf zu achten, dass die Temperatur der Inhalationsflüssigkeit immer über 40°C liegt. Die Anwendung kann nach einer Stunde wiederholt werden. Während der Inhalation und danach müssen die Fenster geschlossen sein, und man darf nachher nicht ins Freie gehen

Der Einlauf

Der Einlauf hat eine sehr gute Wirkung bei hohem Fieber (Fiebersenkung ca. 1°C), Kopfschmerzen, allgemeinem Unwohlsein, Erbrechen und Durchfall. Bei hohem Fieber werden die Begleiterscheinungen wie Benommenheit und Unruhe abgeschwächt. 

Anwendung: 

Bei Fieber und Verstopfung zimmerwarm, bei Erbrechen und Durchfällen, also einer gewissen Austrocknung, gut lauwarm. Am besten eignet sich Kamillentee (1 Esslöffel mit einem Liter Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen). Ist eine Flüssigkeitszufuhr angezeigt, kann man dem Tee eine Prise Salz zusetzen. 

Gummiklistier mit Tee füllen - Säugling 70 - 100 ccm, Kleinkinder bis 250 ccm, größere Kinder bis 500 ccm -, die Spitze mit etwas Salbe versehen, Klistier in den After einführen, den Ball mit kräftigem Druck entleeren - so gelangt die Flüssigkeit weit in den Darm hinein. Am besten liegt das Kind dabei auf der linken Seite. Der Einlauf kann täglich bis zu viermal wiederholt werden. 

Der Einlauf kann auch mit einem Irrigator durchgeführt werden. 

Fast alle Kinder sträuben sich das erste Mal dagegen, sind aber immer von der Wirkung überrascht und machen im Wiederholungsfall keine Schwierigkeiten. Bei hohem Fieber ist der Einlauf wohl wirksamer als der Wadenwickel, er wird von den Kindern auch meist bevorzugt.

Fieber

Fieber bedeutet nach uralter Auffassung Heilkraft. Es ist eine Selbstregulation des Körpers, das sich mit seiner Heilkraft gegen Bakterien und Viren wendet und diese bei einer Temperatur von 38,5°C und darüber in ihren Lebensbedingungen erheblich einschränkt. Das Fieber ist zur Bildung bestimmter Abwehrstoffe wichtig. Zudem werden die abgesonderten Giftstoffe zur Ausscheidung gebracht. Die erhöhte Temperatur ist also eine Heilreaktion des Körpers, die nicht unterdrückt werden darf. Außerdem wird der Körper durch fiebersenkende Medikamente getäuscht, das Kind fühlt sich nicht mehr krank, obwohl Krankheit und Krankheitsstoffe noch im Körper sind, die notwendige Bettruhe wird nicht eingehalten. Husten, Schnupfen usw. können sich dann noch lange hinziehen. 

Was tun bei Fieber? 

Morgens ist das Fieber meist am niedrigsten, abends am höchsten. Nach der ersten Fiebermessung wird diese nach 20 Minuten wiederholt, dann wird im täglichen Abstand zweimal pro Tag, morgens nach dem Aufwachen und nachmittags gegen 16 Uhr, immer vor den Mahlzeiten gemessen. Bei Säuglingen (rektal) im After, bei größeren Kindern im Mund. Bei der Messung müssen die Eltern immer dabei sein. 

Wegen des erhöhten Wasserverlustes durch das Schwitzen muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Geeignet sind nicht zu kalte Fruchtsäfte und Hagebuttentee. Mindestens dreimal täglich bekommen die kleinen Fieberpatienten einen Fiebertee zu trinken: 

Lindenblüten 20g, Holunderblüten 20g, Spierblüten 20g.

Dreimal täglich 1 Teelöffel dieser Mischung mit kochendem Wasser anbrühen, 5 Minuten ziehen lassen, abfiltrieren und mit etwas Honig oder ungesüßt schluckweise nach den Mahlzeiten trinken. 

Oftmals haben die Kinder zu Beginn der Erkrankung keinen Appetit, das eine normale Reaktion des Körpers, Fasten gehört zum Selbstheilungsmechanismus. Daher sollte man das Kind in den ersten Tagen nicht zum Essen zwingen. Sobald das Kind nach ein bis zwei Tagen wieder Hunger verspürt, gibt man zu Beginn Haferschleim, Gemüse, Zwieback mit Tee, Fleisch und Süßigkeiten sind nicht angebracht. 

Während des Fieberzustandes wird morgens und abends eine Kaltwaschung gemacht mit anschließendem Wadenwickel (siehe Kapitel Wickel). Bei Verstopfung kann zwei- bis dreimal wöchentlich ein Klistier gegeben werden. Klistiere haben einen sehr günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf, der Körper wird entlastet. 

Durch diese Behandlung sollte der kranke Organismus schnell den Weg finden, das Fieber durch eigene Aktionen zu senken. Wenn das Fieber trotzdem nach 2 bis 3 Tagen nicht weichen will, oder wenn Fieberkrampf besteht, mühsames schnelles Atmen oder wenn das Kind seinen Kopf nicht ohne Schmerzen bücken kann, sollte man seinen Behandler konsultieren. 

Erkältung - grippale Infekte

Foto: pixabayDas deutlichste Zeichen einer Erkältung, von einem Katarrh und einem grippalen Infekt ist in der Regel das Fieber, welches plötzlich oder stürmisch auftreten kann. Erkältungen gehören zu den biologisch wertvollen Krankheiten, sie trainieren das Abwehrsystem und sind eine „Selbsthilfe - Reinigung“ des Körpers. 

Erkältungs- und grippale Zustände werden durch Viren verursacht. Sie können im Körper ihr Unwerk treiben, wenn die Abwehrkräfte geschwächt sind. Wichtigstes Ziel der Behandlung ist die Stärkung der Abwehrkräfte, damit der Organismus selber mit der Krankheit fertig wird. Bei Fieber beginnt die Behandlung wie im Kapitel Fieber beschrieben. 

Sind die Schleimhäute der Nase betroffen, macht man zweimal täglich (morgens und nachmittags) Dampfinhalationen mit Kamille. (s. Inhalationen) 

Sind die Bronchien betroffen, macht man einen Senfwickel mit anschließender Einreibung von warmem Johannisöl, oder einen Ölwickel

 

×

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Klicken Sie auf den rechten Button, wenn Sie zustimmen. Wenn Sie nicht zustimmen, dann klicken Sie bitte hier.

Datenschutzbestimmungen