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Naturheilkundliche Behandlung rezidivierender Infekte

Die rezidivierenden Infekte (immer wieder auftretend) sind gerade im Kindesalter sehr hufig anzutreffen. Dazu zhlen die hufigen Mittelohrentzndungen, Mandelentzndungen oder die nicht enden wollenden Erkltungsinfekte.

Die Ursachen hierfr sind vielfltig, die immer grer werdende Umweltbelastung, die Ernhrung, die Unterdrckung der normalen Krankheitsverlufe durch chemische Medikamente, durch Impfungen - der Krper lernt nicht mehr mit den Erregern umzugehen, das Abwehrsystem des Krpers wird nicht trainiert -, starke psychische Belastungen usw..

Sicher wird durch das kranke Kind der normale Tagesablauf durcheinander gebracht, gerade in unserer Zeit ein Problem, aber fr die Gesundheit des Kindes ist es frderlicher, wenn der Krper die Krankheit aus eigener Kraft zu Ende bringt. Medikamente sollten diesen Prozess untersttzen, eine Unterdrckung mit chemischen Mitteln verhindert das. Die Folge sind stndig neue Erkrankungen. Der Krper und seine Abwehrleistungen werden geschwcht.

Antibiotika

Antibiotika knnen nicht zwischen guten und schlechten Bakterien unterscheiden, sie vernichten auch die gesamten lebenswichtigen Darmbakterien. Diese sind auf der anderen Seite aber wichtig, um die Abwehrkrfte des Menschen aufzubauen.

Dann kommt noch hinzu, dass durch den massenweisen Verbrauch dieses Medikamentes die Resistenz (Widerstandsfhigkeit gegen Bekmpfungsmittel) der Bakterien schon jetzt ein erschreckendes Ausma angenommen hat. Es gibt bereits Bakterienstmme, die eine Resistenz gegen alle Antibiotika entwickelt haben. Eine einstmals sehr scharfe Klinge wird zusehends stumpf. Der Grund liegt in der kurzen Generationsfolge, Bakterien knnen sich unter gnstigen Umstnden alle zwei Stunden verdoppeln (d.h. nach vier Stunden haben wir vier, nach 48 Stunden sind es schon Millionen), und jedes Mal werden die gemachten Erfahrungen“ weitergegeben. Die folgende Generation hat dann schon Abwehrstoffe gebildet, was sie vorher abttete macht ihnen nichts mehr aus.

Es sieht ganz so aus, dass Antibiotika den Krper ber lange Zeit blockieren“ knnen, er kann dann nicht mehr auf Angriffe reagieren und wird erneut krank, hufig sind die Kinder nach so einer Behandlung ber lange Zeit auffallend blass, unkonzentriert, weinerlich und leicht ermdbar.

Antibiotika sollten wirklich nur als Notbremse eingesetzt werden.

Fiebersenkende Mittel

Durch die fiebersenkenden Mittel wird verhindert, dass die Krperabwehr normal funktioniert. Die fiebersenkenden Mittel sollten nur eingesetzt werden, wenn das Fieber zu hoch ansteigt oder bei aufgetretenen Fieberkrmpfen. (siehe Kapitel Fieber)

Wickel:
Senfwickel

Bei Bronchitis, Erkltungen, Husten ist die Anwendung des Senfwickels sehr wirkungsvoll.

Anwendung:

Man gibt einen Esslffel voll Senfkrner (aus der Drogerie) in ein Liter kochend heies Wasser, taucht ein Leinentuch in Handtuchgre in die Flssigkeit, wringt es aus und legt es ein- bis zweimal zusammengefaltet auf die Brust. Dieses feuchte Tuch wird dann mit einem Frottiertuch und einer Wolldecke berdeckt, indem man diese ber die Brust wickelt. Nach ca. 5 bis 10 Minuten ist die darunter liegende Haut leicht gertet (zwischendurch unbedingt kontrollieren!), wobei dann der Wickel entfernt wird. Anschlieend wird die gertete Haut mit warmem Johannisl eingerieben.

lwickel

Bei Bronchitis und Husten.

Anwendung:

Man reibt Brust und Rcken mit angewrmten Olivenl (kein anderes l verwenden) ein. Darber ein Leinentuch und den Oberkrper mit Frottiertuch einwickeln. Dann wird eine Wrmflasche auf die Brust gelegt, die dort eine Stunde liegen bleibt. Das ist bei einer Bronchitis ein sehr wirksames Mittel um den Husten zu lsen. Ich habe hufig erlebt, dass die kleinen Patienten danach sehr stark abhusten (teilweise bis zum Wrgereiz), aber danach wieder viel besser Luft bekamen.

Halswickel

Bei Angina

Anwendung:

Man taucht ein mehrfach in Lngsrichtung zusammengefaltetes Leinentuch in kaltes Wasser, wringt es aus und wickelt es - glattgestrichen - um den Hals, den es vom Unterkiefer bis zu den Ohren bedecken muss. Darber kommt zunchst ein trockenes Leinentuch, das auf beiden Seiten das feuchte Tuch berlappen muss, danach ein Wollschal. Nach 10 Minuten muss der Halswickel abgenommen werden. Den Hals abtrocknen und mit einem Seiden- oder Wolltuch umwickeln. Nach einer Stunde kann der Halswickel wiederholt werden.

Essigsocken - Wadenwickel

Bei Fieber empfiehlt es sich, beim kranken Kind eine Essigsocken-Anwendung zu machen, die fiebersenkend wirkt. (zum Fieber siehe auch Kapitel Fieber)

Anwendung:

Ein wollener Kindersocken wird in einen Liter Wasser getaucht, dem man zuvor 1 bis 2 Esslffel Essig dazugegeben hat. Dann wringt man den Socken leicht aus und zieht ihn ber die Fe bis ber die Waden. Anschlieend legt man einen trockenen Socken darber und belsst diesen whrend 30 Minuten. Dann werden die Socken abgezogen, die Fe legt man unter die warme Bettdecke. Nach einer Stunde kann die Anwendung wiederholt werden.

Fr den Wadenwickel wird ein mehrfach in Lngsrichtung gefaltetes Leinentuch in kaltes Wasser (dem man einen Schuss Essig zusetzen kann) getaucht, gut ausgewrungen (es darf nicht mehr tropfen) und wickelt es glattgestrichen um den Unterschenkel. Es ist auf straffes Wickeln zu achten, lose Wickel sind wirkungslos und unangenehm auf der Haut. Darber kommt zunchst ein trockenes Leinentuch, das auf beiden Seiten das feuchte Tuch berlappen muss, danach ein Wolltuch, das nicht ganz so breit wie das Leinentuch ist (Wolle kann die Haut reizen). Es sind beide Unterschenkel zu wickeln. Der Wickel bleibt eine halbe Stunde, dann werden die Beine gut abfrottiert. Der Wickel kann nach einer Stunde wiederholt werden.

Keine kalten Wickel auf kalte Beine!

Kaltwaschung

Die Kaltwaschung ist ein wirksames Mittel bei hochfiebernden Krankheiten und kann mehrmals tglich durchgefhrt werden. Eines muss aber bercksichtigt werden, frierende Kinder vertragen kein kaltes Wasser; auf kalte Haut sollte nie kaltes Wasser in Anwendung gebracht werden. Ansonsten hatten diese Manahme eine schweitreibende und fiebersenkende Wirkung.

Anwendung:

Man taucht ein grobes Frottiertuch in kaltes Wasser, etwa 2 Liter, dem man 1 bis 2 Esslffel Essig beigegeben hat. Anschlieend wir das Tuch kurz ausgepresst und man beginnt damit die Kaltwaschung - Hnde, Arme, Fe, dann Brust, Bauch, Rcken - immer in Richtung Herz. Dann, ohne abzutrocknen, Schlafanzug anziehen und ins Bett gehen, gut zudecken. Das Kind empfindet diese Anwendung als sehr angenehm. Am besten sollten man sie abends durchfhren, weil das Kind danach meist rasch einschlft.

Zwiebelwickel

Der Zwiebelwickel findet bei der Mittelohrentzndung seine Anwendung.

Anwendung:

Man hackt rohe Zwiebeln klein, wickelt sie in ein Taschentuch ein, welches man anschlieend auf das schmerzhafte Ohr legt und mit einem schrg ber den Kopf gefalteten Handtuch festbindet. Eine Wirkungssteigerung kann man erreichen, wenn man das Kind mit dem umwickelten kranken Ohr auf eine Wrmflasche legt. Dauer der Anwendung, eine halbe Stunde.

Quarkwickel

Von den Brustwickeln ist der Quarkwickel am wirksamsten. Er hat sich als wohltuend schleim- und krampflsend erwiesen, vor allem bei Bronchitis nach Erkltungskrankheiten und der spastischen asthmatischen Bronchitis.

Anwendung:

Man legt auf ein in Lngsrichtung zusammengefaltetes Frottiertuch, das danach breiter sein muss als der Brustumfang des Kindes, eine Windel, die grer sein muss, so dass sie nach unten ber das Frottiertuch hinausragt. Auf die Windel streicht man zimmerwarmen, fettlosen, frischen Quark - 1 Zentimeter dick, etwa 10 Zentimeter hoch und so breit wie der Brustumfang ist, so dass ein Suregrtel (=Quarkgrtel) die Brust des Kindes umschliet. Danach schlgt man den nach unten hngenden Windelteil nach oben , so dass er den Quark abdeckt. Das Kind wird auf den so vorbereiteten Wickel gelegt, Windel und Handtuch werden um den Oberkrper gewickelt und zusammengeheftet.

Dieser Wickel muss mindestens eine Stunde liegen bleiben, wenn er am Abend angelegt wird, sogar die Nacht ber. Die Kinder schlafen damit oft viel besser, schon deshalb, weil sie durch die rasch einsetzende Entkrampfung und Linderung des Hustens ihr oft bestehendes Schlafdefizit aufholen knnen.

Inhalation

Kruterinhalationen haben vorzgliche Wirkung, um die Atmung zu erleichtern, die Entzndung der Schleimhute zu dmmen und Sekrete zu lsen.

Anwendung:

Zwei bis drei Esslffel der vorgeschriebenen Kruter werden mit einem Liter Flssigkeit berbrht. Topf von der Wrmequelle nehmen und das Gesicht ber die Dmpfe halten. Dabei muss man aufpassen, dass die Dmpfe nicht zu hei sind, es besteht Verbrhungsgefahr. ber Kopf und Behlter wird ein Frottiertuch gelegt. Dauer der Anwendung mindestens 20 Minuten. Es ist darauf zu achten, dass die Temperatur der Inhalationsflssigkeit immer ber 40C liegt. Die Anwendung kann nach einer Stunde wiederholt werden. Whrend der Inhalation und danach mssen die Fenster geschlossen sein, und man darf nachher nicht ins Freie gehen

Der Einlauf

Der Einlauf hat eine sehr gute Wirkung bei hohem Fieber (Fiebersenkung ca. 1C), Kopfschmerzen, allgemeinem Unwohlsein, Erbrechen und Durchfall. Bei hohem Fieber werden die Begleiterscheinungen wie Benommenheit und Unruhe abgeschwcht.

Anwendung:

Bei Fieber und Verstopfung zimmerwarm, bei Erbrechen und Durchfllen, also einer gewissen Austrocknung, gut lauwarm. Am besten eignet sich Kamillentee (1 Esslffel mit einem Liter Wasser bergieen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen). Ist eine Flssigkeitszufuhr angezeigt, kann man dem Tee eine Prise Salz zusetzen.

Gummiklistier mit Tee fllen - Sugling 70 - 100 ccm, Kleinkinder bis 250 ccm, grere Kinder bis 500 ccm -, die Spitze mit etwas Salbe versehen, Klistier in den After einfhren, den Ball mit krftigem Druck entleeren - so gelangt die Flssigkeit weit in den Darm hinein. Am besten liegt das Kind dabei auf der linken Seite. Der Einlauf kann tglich bis zu viermal wiederholt werden.

Der Einlauf kann auch mit einem Irrigator durchgefhrt werden.

Fast alle Kinder struben sich das erste Mal dagegen, sind aber immer von der Wirkung berrascht und machen im Wiederholungsfall keine Schwierigkeiten. Bei hohem Fieber ist der Einlauf wohl wirksamer als der Wadenwickel, er wird von den Kindern auch meist bevorzugt.

Fieber

Fieber bedeutet nach uralter Auffassung Heilkraft. Es ist eine Selbstregulation des Krpers, das sich mit seiner Heilkraft gegen Bakterien und Viren wendet und diese bei einer Temperatur von 38,5C und darber in ihren Lebensbedingungen erheblich einschrnkt. Das Fieber ist zur Bildung bestimmter Abwehrstoffe wichtig. Zudem werden die abgesonderten Giftstoffe zur Ausscheidung gebracht. Die erhhte Temperatur ist also eine Heilreaktion des Krpers, die nicht unterdrckt werden darf. Auerdem wird der Krper durch fiebersenkende Medikamente getuscht, das Kind fhlt sich nicht mehr krank, obwohl Krankheit und Krankheitsstoffe noch im Krper sind, die notwendige Bettruhe wird nicht eingehalten. Husten, Schnupfen usw. knnen sich dann noch lange hinziehen.

Was tun bei Fieber?

Morgens ist das Fieber meist am niedrigsten, abends am hchsten. Nach der ersten Fiebermessung wird diese nach 20 Minuten wiederholt, dann wird im tglichen Abstand zweimal pro Tag, morgens nach dem Aufwachen und nachmittags gegen 16 Uhr, immer vor den Mahlzeiten gemessen. Bei Suglingen (rektal) im After, bei greren Kindern im Mund. Bei der Messung mssen die Eltern immer dabei sein.

Wegen des erhhten Wasserverlustes durch das Schwitzen muss auf eine ausreichende Flssigkeitszufuhr geachtet werden. Geeignet sind nicht zu kalte Fruchtsfte und Hagebuttentee. Mindestens dreimal tglich bekommen die kleinen Fieberpatienten einen Fiebertee zu trinken:

Lindenblten 20g, Holunderblten 20g, Spierblten 20g.

Dreimal tglich 1 Teelffel dieser Mischung mit kochendem Wasser anbrhen, 5 Minuten ziehen lassen, abfiltrieren und mit etwas Honig oder ungest schluckweise nach den Mahlzeiten trinken.

Oftmals haben die Kinder zu Beginn der Erkrankung keinen Appetit, das eine normale Reaktion des Krpers, Fasten gehrt zum Selbstheilungsmechanismus. Daher sollte man das Kind in den ersten Tagen nicht zum Essen zwingen. Sobald das Kind nach ein bis zwei Tagen wieder Hunger versprt, gibt man zu Beginn Haferschleim, Gemse, Zwieback mit Tee, Fleisch und Sigkeiten sind nicht angebracht.

Whrend des Fieberzustandes wird morgens und abends eine Kaltwaschung gemacht mit anschlieendem Wadenwickel (siehe Kapitel Wickel). Bei Verstopfung kann zwei- bis dreimal wchentlich ein Klistier gegeben werden. Klistiere haben einen sehr gnstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf, der Krper wird entlastet.

Durch diese Behandlung sollte der kranke Organismus schnell den Weg finden, das Fieber durch eigene Aktionen zu senken. Wenn das Fieber trotzdem nach 2 bis 3 Tagen nicht weichen will, oder wenn Fieberkrampf besteht, mhsames schnelles Atmen oder wenn das Kind seinen Kopf nicht ohne Schmerzen bcken kann, sollte man seinen Behandler konsultieren.

Erkltung - grippale Infekte

Das deutlichste Zeichen einer Erkltung, von einem Katarrh und einem grippalen Infekt ist in der Regel das Fieber, welches pltzlich oder strmisch auftreten kann. Erkltungen gehren zu den biologisch wertvollen Krankheiten, sie trainieren das Abwehrsystem und sind eine Selbsthilfe - Reinigung“ des Krpers.

Erkltungs- und grippale Zustnde werden durch Viren verursacht. Sie knnen im Krper ihr Unwerk treiben, wenn die Abwehrkrfte geschwcht sind. Wichtigstes Ziel der Behandlung ist die Strkung der Abwehrkrfte, damit der Organismus selber mit der Krankheit fertig wird. Bei Fieber beginnt die Behandlung wie im Kapitel Fieber beschrieben.

Sind die Schleimhute der Nase betroffen, macht man zweimal tglich (morgens und nachmittags) Dampfinhalationen mit Kamille. (s. Inhalationen)

Sind die Bronchien betroffen, macht man einen Senfwickel mit anschlieender Einreibung von warmem Johannisl, oder einen lwickel

 

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